2AHKUJ besucht Silbermanufaktur „Jarosinsky & Vaugoin“ und Atelier „Goldrichtig“

Am Montag, den 6. Mai starteten wir, zehn Schülerinnen und Schüler des 2. Jahrgangs der Abteilung Schmuck und Werkstättenlehrerin Marion Erlacher, um 7:39 Uhr mit dem Zug von Klagenfurt nach Wien. Alle 10 Schülerinnen und Schüler der 2AHKUJ waren superpünktlich am Bahnhof.

Um 12:00 Uhr hatten wir einen Termin bei „Jarosinsky & Vaugoin“, eine der wenigen Silbermanufakturen, die es heute noch in Österreich gibt. Herr Vaugoin, der den Betrieb in sechster Generation seit 2003 leitet, führte uns höchstpersönlich durch seine „heiligen“ Hallen.

Als „SIR“ der alten Schule erklärte uns Herr Vaugoin geduldig wichtige Details und beantwortete alle Fragen, die die Schülerinnen und Schüler stellten. Auch das hauseigene Museum durften wir besuchen.

„Jarosinsky & Vaugoin“ stattete sogar den Kensington Palace in England mit Silbergedecken aus. William und Kate essen mit Besteck aus dieser Silbermanufaktur.  Im Jahre 2015 lieferte Herr Vaugoin für eine malaysische Herrscherfamilie in JOHOR die Tafelware zur Hochzeitsfeier (35 Einzelteile pro Gast – und das für 100 Personen!!!) Alles wurde aus 800/000 Silber gearbeitet, danach galvanisch feinversilbert – zusätzlich Teile feinvergoldet. Man kann sich kaum vorstellen, wie prachtvoll diese Stücke in Natura sind.

Jedes Teil eines Besteckes hat seine eigenen Stanzen und in weiterer Folge auch eigene Negativformen zum Aufwölben. Danach ist viel Handarbeit vonnöten, damit auch jede Gabel einer Besteck-Garnitur gleich aussieht, gleich gebogen ist und genau gleich lang ist. Dafür gibt es Mustermodelle in Neusilber, nach denen gearbeitet wird und bei denen nach jedem Arbeitsschritt auch nachgemessen wird. In dieser Manufaktur werden noch alte Stücke nachgearbeitet, wie zum Beispiel eine Silberschale, die auf extra gegossenen Silberfüßchen steht. Die Original-Schale ist innen zusätzlich galvanisch feinvergoldet. Hunderte Stunden hat der „Meister“ an dieser Schale schon gearbeitet, noch ist kein Ende in Sicht. Viel Arbeit fällt auch beim Restaurieren alter Stücke an. So können die 10 Arbeiter das ganze Jahr über beschäftigt werden, denn es gibt nicht jedes Jahr einen Auftrag wie im Jahre 2015 für das malaysische Herrscherpaar.

Nach dem Besuch des hauseigenen Museums fuhren wir mit der U-Bahn zum „Atelier Goldrichtig“, wo uns eine Blattvergoldungs-Meisterin ihr Handwerk erklärte und uns wichtige Details auch vor Ort zeigte. Die Schüler und Schülerinnen durften eigenhändig Kleinteile, wie z.B. eine kleine Kunststoffeidechse oder Holdherze teilweise oder ganz blattvergolden. Etliche Fingernägel der Schülerinnen und Schüler wurden dabei mit Blattmetall z.B. Blattaluminium oder Blattmessing verziert.

Danach begaben wir uns in die Mariahilfer Straße, dort besuchten wir unterschiedliche Geschäfte und taten auch etwas für das leibliche Wohl. Um halb sechs Uhr fuhren wir wieder Richtung Bahnhof, von dort traten wir die Heimreise an.

Alle 10 Schüler und Schülerinnen benahmen sich vorzüglich, niemand fiel unangenehm aus der Rolle.  Alle waren höflich, hilfsbereit, kameradschaftlich, lustig und einfach nett. Mit dieser Gruppe würde ich sofort wieder irgendwohin fahren. Es war ein wunderbares Erlebnis und ein wirklich gelungener Tag mit vielen Highlights.

Marion Erlacher

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